Über diese Orgel stehen nur einige Angaben zu unserer Verfügung.
Auf der vierten Seite von „Canonica Visitatio” im Jahre 1748 steht bei der Zitierung der kirchlichen Gegenständen eine Siebenregisterorgel. Eine Versicherung aus dem Jahre 1870 für Brandschadenfalle, die bei der Ersten Ungarischen Versicherungsgesellschaft geschlossen wurde, spricht über eine Neunregisterorgel, die gerade auf dem Dachboden der alten Volksschule in seine Teile zerlegt liegt, und die auf 500 österreichischen Forint bewertet wurde. Diese Orgel wurde später für 300 Forint verkauft, wahrscheinlich für eine kleinere Kirche.
Das erste detaillierte Dokument ist ein Vertrag 1872, der schon über eine ganz neue Orgel mit 14 Registern spricht. Deren Baumeister war Sándor Országh, der berühmte Meister seiner zeit. Der ganze Text des Vertrags ist aufgeblieben, der die ganze Disposition der geplanten Orgel veröffentlicht:
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Diese Orgel war nach ein paar Jahrzehnten dem Dienst des entwickelten Musiklebens der Stadt nicht mehr entsprechend, also wurde die Bau einer neuen verwirklicht.
Die Geschichte der gegenwärtigen Orgel
Der Bau der Orgel fiel mit der großen Renovierung der Kirche zusammen. Also nach der Renovierung wurde die erneute Kirche und die Orgel am 23.8. 1908 ausgeweiht. Die Orgel wurde in der Temesvárer (Siebenbürgen) Orgelfabrik von Leopold Wegenstein und Sohn hergestellt. Ihre Disposition wurde von Kilián Szigeti publiziert, gesamt mit der, 1906 in der Esztergom-Innenstädtischen Kirche aufgestellten 16 Registerorgel („Alte ungarische Orgel” - Szeged; Musikverlag, Budapest 1982):
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Laut einer damaligen Anzeige haben Wegesteins statt in ihrem Kostenanschlag stehenden zwei Kombinationenspiel eine ganz ausgebaute Pfeifenreihe gegeben, also um 54 Pfeifen mehr geliefert, und die Orgel verfügte über 17 Register (Nógrádi Hírlap; 23.8 . 1908 ). Es ist aber eine unsichere Information. Vielleicht wurde Octavbass 8' Register schon damals gebaut. Wegensteins Orgel wurde mit damals für sehr modern gehaltenen pneumatischen Kegelkisten hergestellt, nach dem extrem romantischen Geschmack, viele Streichregister, Register-Crescendo, Manual II. ist nicht selbstständig, nur Echo Werk, was unter einem Schwellkasten steht. Der Bourdon 16' kombinierte Register ist aus Gedackt 8'.
Das Instrument war nicht einmal 10 Jahre alt, als wegen der Metalleinsammlung im ersten Weltkrieg die größten Zinnpfeifen (die 25 Pfeifen von Prinzipal 8') eingeliefert werden sollten. Sie wurden später ersetzt, aber aus schlechterem Material, als zuvor. Heutzutage sind diese Zinkpfeifen auch zu hören und in der Vorderseite der Orgel zu sehen. Mehrere von diesen zittern, können nicht richtig gestimmt werden, ihre Intonation ist nicht schön. Sie wirken sogar auf erstem Blick in schlechtem Zustand zu sein:

Diese Orgel entsprach den Erwartungen ebenso nicht im Ganzen, deshalb baute Ottó Rieger Budapester Orgelmeister im Jahre 1928 mit der Unterstützung von Graf Géza Mailáth neulich um, erweiterte sie und baute einen neuen Spieltisch dazu.
Der alte Spieltisch von Wegenstein ist noch heutzutage in der Kirche von Hugyag im Betrieb.

Der Spieltisch von Rieger steht in der Pfarrkirche von Nógrádmarcal in unbenutzbaren Zustand.

1928 baute Rieger 5 (oder 6) neue Register ein, und die alten und neuen Pfeifenreihen vom Manual II. baute er für Superoktav Koppel bis zum Ende. Der Orgelschrank wurde zu eng für die neuen Pfeifen, Rieger hat ihn an beiden Seiten vergrößert (Manual II. C-Cis Seite). Die Vorderseite der Orgel hat sich also verändert, der Teil für die tauben Seitenpfeifen wurde damals dazu gebaut.
Wegen der zugenommenen Registerzahl kamen noch drei Register zum Pedal wahrscheinlich zu dieser Zeit hinter das Orgelhaus, unter den Gewölbe, der unter dem Turm steht. (Siehe auf dem Bild)
Die Disposition von Rieger (*= die neuen Register):
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Im Jahre 1981 bauten die Orgel István Koloss, László Fehér und der damalige Dirigent János Varga um, nach ihrer eigenen Vorstellungen. Als es damals üblich war, wurde die Orgel „barockisiert”. Es bedeutet: die Zahl der zu vielen 8', besonders der Streichregister wurde vermindert, um an ihre Stellen Register höherer Lage einstellen zu können. Dafür hatten sie zwei Methoden. Die kulturellere Methode war, die Pfeifen auszutauschen. Koloss und seine Kollegen formten das Harmonia aetheria 4 fächern 2 2/3', mit Hilfe der alten Pfeifen um, und bauten neue gleichzeitig neue ein, um es zu Mixtura 4 fächern 1' umzuformen.
Gamba 8' wurde vom Manual I. auf Manual II umgestellt, an dessen Stelle die Pfeifen eines Superoktav 2' Registers gebaut, was wahrscheinlich aus einer anderen Orgel stammt. Die Pfeifen von Salicional 8' wurden weggenommen, an ihre Stellen stellten sie Quintadena 8' vom Manual II. Das Mixtur vom Manual I. von 2 2/3' wurde zum 2' umgebaut und ein paar neue Pfeifen reingebaut.
Die gröbere Methode vom Barockiesieren, dass die Pfeifen der entbehrlichen Streichregister entzwei hauten, aus diesen stellten sie mit kleinerem Umformen „neue” Register höherer Betonung her. Unsere Orgel wurde im Jahre 1981 mit Hilfe dieser Bastelmethoden aus Cello 8' zur Koralpfeife 4', aus Geigenprincipal 8'zu Italienisches Oktav 4', aus Aeolin 8' zu Larigot 1 1/3. Diese neuen Register Tönen aber nicht so, als wenn sie aus entsprechendem Material, mit genauer Maßbezeichnung neu hergestellt würde.
Die Pfeifen von Cello 8' (heute: Koralpfeife 4') sind ca. halb gekürzt, hinter ihnen stehen die Holzpfeifen von Octavbass 8'. Die Anlötungen an den nah stehenden Pfeifen sind gut zu sehen, womit an den Enden der Pfeifen, auf denen Stimmungsspulen sind (hinten), auf die gekürzten Pfeifen gelötet sind.

Auf dem obigen Bild, hinter den Pfeifen von Octavbass 8' sind die Holzpfeifen von Subbass 16' mit Stöpsel zu sehen, sie sollten den wichtigsten Bassregister der Orgel bilden. Leider von 30 Pfeifen tönen 26 nicht entsprechend, weil sie verworfen und rissig sind (ihr Material ist in Bauholzqualität). Mehrere Pfeifen sind nicht originell.
An den Pfeifen von Subbass 16'ist zu sehen, dass sie auf zwei Weisen hergestellt sind. Die kürzeren Pfeifen sind dazu noch länger als nötig, der Griff ihrer Stöpsel steht tiefer unter dem Pfeifenrand (bei den längeren Pfeifen ist es anders), sie sind also nur schwer zu stimmen.

Einige solche, von den entsprechenden längeren Pfeifen mussten wegen des Stimmens gekürzt werden. An einer solchen Pfeife sind ebenso ein Riss und eine Deformation zu betrachten (sie hat gerade einen vieleckigen Stöpselgriff).

Die Diskantpfeifen von Subbass 16' wurden sicher nicht zu dieser Orgel hergestellt, denn die Tonbezeichnung auf ihnen passt nicht mit gegenwärtigem Ton dieser Pfeifen (deshalb sind sie länger, über die Maßen). Wann diese Pfeifen in die Orgel eingebaut wurden, wissen wir nicht, aber wir nehmen an, als die drei Register des Pedals wegen des knappen Platzes hierher, hinter das Orgelhaus geriet. Es ist höchstwahrscheinlich, dass es beim Rieger Orgelumbau passiert ist. Der größte Fehler der Pfeifenreihe Subbass 16'- wie es schon darauf angewiesen war- der unentsprechende Klang, dessen Gründe die schwache Qualität und die akustisch schlimme Stelle der Pfeifen sind..
1981 wurde die Disposition das nächste (*= umformen):
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Die pneumatische Traktur wurde teilweise renoviert, trotzdem verspäten die Töne viel.
Mitte 80er Jahren bekam die Orgel in einem Nachbarsdorf gebasteltes, strahliges Konkavpedal, der aber wegen seines speziellen Maßes und seiner Form nicht entsprechend war. In einigen Jahren wurde die echte Rieger-Pedalklaviatur wieder gestellt.
Der nächste Umbau passierte 1991-92. Dann wurde zur Orgel ein neuer, elektronischer Spieltisch von Béla Bánffy und seinen Partnern, auf dem Rat Gábor Lehotka, gebaut.

Das alte Blaswerk wurde weggeräumt, statt deren alle drei Werken (Haupt-, Schwell-, und Pedalwerke) je ein selbstständiges Blaswerk bekamen. Es passierte wahrscheinlich darum, weil die Blaskapazität unausgeglichen war. Der Blaswerktausch hat aber das Problem nicht gelöst, also war überflüssig. Gesamt mit dem Blaswerk wurde ebenso das schön hebende Tremolo entfernt. Die Orgel erhielt ein neues Tremolo mit regelbarer Geschwindigkeit, aber es wird auf welche Art immer geregelt, lässt sich nicht schön heben, und bezieht sich nur auf Manual II.
Den elektronischen Spieltisch genommen haben wir in unseren Erwartungen getäuscht:
Die Verspätung der Töne blieb ebenso groß, wie bei dem alten Spieltisch.
Aus der Setzerkombination (2x18) werden die Einstellungen nach der Stromausschaltung manchmal gelöscht.
Ein Kontaktfehler ist zwar in diesem individuellen elektronischen Spieltisch mit Fotozellensystem ausgeschlossen, aber die Elektronik produziert ab und zu die verschiedensten Fehler: Miss-Schalten, Töne fallen aus, oder selbst ertönen - so etwas konnten die Gläubigen mehrmals hören.
Die Tonausbreitung wurde auf dem Pedal verlängert bis f¹, auf Manual g³ (statt optimales a³) mit schwachen von den originalen abstehenden Pfeifen. Die Töne der Manualverbreitung funktionieren nicht entsprechend.
Auf dem Bild sind die zur Tonausbreitung des Pedals gebauten Pfeifen zu sehen. Die Holzpfeifen sind aus Holzfaserplatte (!) hergestellt. Ihr Klang ist noch schlechter, als der Ton der früher erklärten Subbass-Diskantpfeifen.

Die zu den Manual I. Fis³ und G³ gemachten Ersatzlade und die ihre Pfeifen, die heutzutage funktionieren dann und so, wie sie wollen.

Bei Manual II. hatten Bánffy und seine Kollegen einfach zu tun, denn die zwei neue Töne lassen die schon früher bis zum Ende ausgebauten die Pfeifen von Superoktavkoppel ertönen. In den neuen Spieltisch wurden II+II sub, II+II Superoktavkoppel eingebaut, aber die zu den höheren Oktav gehörenden ausgebauten Pfeifen der weiteren 10 Töne von Superoktavkoppel wurden nicht eingebunden. Seitdem können um 90 Pfeifen weniger ertönt werden, als es in der Orgel gibt.
In den Plänen sind auch zwei Zungenregister zum Einbau (Manual I.: Trompete 8'; Pedal: Lieblich Posaune 16') geschrieben, aber sie haben nur ihren Schalter am Spieltisch. Das ist ein empfindlicher Verlust. Das Orgelhaus wurde blau gestrichen (früher war es braun, gegenwärtig mit einem Übergang ins Grüne).
