Von den mehr als hundert Jahren der Chorgeschichte haben wir zur Zeit keine Angaben. Wenn wir aber annehmen, dass die Kirche schon 1748 eine Orgel besaß, können wir denken, dass es auch einen Chor gab.
In Balassagyarmat hat das bürgerliche Chorsingen seit 1863 beweisbare Tradition. Von dessen Geschichte ist bekannt, dass der Kirchen- und Stadtchor schon vom Anfang eine enge Verbindung hatten. Darauf weist die Tatsache hin, dass der zweite Dirigent des städtischen Chores (gegründet 1863), wurde Balázs Raák, römisch-katholischer Kantor. Später wurde der zweite Dirigent des unter den Namen Liedverein von Balassagyarmat wieder organisierten Chores Károly Szkladányi (von 1873 ein Jahr lang), römisch-katholischer Kantor.
Die ersten Chore waren Männerchore und 1884 gründete sich der Frauenliedverein, also wurden es schon Werke für gemischte Chöre auch in der Kirche gesungen. Es ist bekannt, dass der städtische Liedverein am 24.11.1889 am Fest der Einweihung der vier neuen Glocken der katholischen Kirche aufgetreten hat.
Als 1891 die städtischen Chöre ihre Arbeit unterbrachen, organisierte Károly Szkladányi, katholischer Kantor und Orgelspieler im Herbst 1892 einen gemischten Kirchenchor, teilweise von den damaligen Chorsängern und auch von neuen Mitgliedern. Dieser gemischte Chor nahm die Rolle des städtischen Liedvereines an den kirchlichen Veranstaltungen auf sich - ist es in der Geschichte des städtischen Liedvereins zu lesen.

1898 kam nach Balassagyarmat der Kantor József Éder (später ungarisiert Erdélyi, geboren in Léva; 1878-1952) während dessen 40 jährigen Arbeit das Chor- und Musikleben der Stadt eine riesengroße Entwicklung hatte. Unter seiner Leitung bedeutete der städtische und der Kirchenchor praktisch denselben Verein.
1904 gründete sich der Orchester des Liedvereins und seitdem wirkte er auch an den sogenannte „Messen mit Musik”, Kirchenkonzerten mit. Messen mit Musik waren damals nur an den größten Kirchenfesten. Der Chor bestand aus Männermitgliedern in den 1910-en Jahren und wurde nur gelegentlich mit Frauen ergänzt, seit 1920 wurde der gemischte Chor immer öfter. In den 20er Jahren wandelte sich das Repertoire auch um, man hatte neben dem damaligen durchschnittlichen Chormaterial je öfter klassische und zeitgenossene Kirchenwerke vorgeführt.
József Erdélyi erhielt 1924, als erster, die in diesem Jahr gegründete Franz List Bronzeplakette vom Staatsliedverein. József Erdélyi war zwischen 1920-27 ländlicher Partnerdirigent, 1927 Staatsdirigent und dann von 1936 wurde er gleichzeitig Staats- und Bezirksdirigent des Staatsvereins.
Der Höhepunkt des Liedvereins von Balassagyarmat in seiner kirchlichen Tätigkeit war im Jahre 1927, als er das Oratorium von Haydn: „Die sieben Worte des Erlösers am Kreuz” zum ersten Mal vorgeführt hat. 1936 - Kodály: „Jesus und die Kufaren” - Chorwerk; 1937 - Liszt: „Die Legende von Sankt Elisabeth” - hier wurden Teile des Werkes gespielt.
Die Glanzperiode hat der Chor in 30er Jahren erlebt. Darauf beweisen sämtliche Preise an den Wettbewerben: 1932 und 1935 I. Bezirkspreis, 1938 Staatspreis 1.Platz.

Im Dezember 1937 kam Alajos Straub (1907-1978) - geboren in Nagymányok - nach Balassagyarmat. Er begann seine Arbeit mit Hilfe von József Erdélyi. Die Chorarbeit wurde von 1942, wegen der Kriegseinberufungen unmöglich.
Nach dem Krieg, 1946 begann er die Chorarbeit in Balassagyarmat neulich zu organisieren. Sein wichtiges Ziel war, die früheren von József Erdélyi erreichten Ergebnisse nicht verloren zulassen. 1947 gründete sich der Liedverein erneut offiziell, unter Wirkung József Erdélyi und seines Sohnes, László. Zum Dirigent wurde János Szerdahelyi, Gymnasiendirektor und im ländlichen Ruf stehender Liedmacher aufgefordert. Unter Leitung von Alajos Straub begann der Chor der Kirche ebenso seine Arbeit, der bald mit dem städtischen Chor, wegen der erfolgreicheren Arbeit, verschmolzen war.
Die Leitung des Liedvereins ernannte József Erdélyi für lebenslängliches Ehrendirigent, Alajos Straub wurde Dirigent des Chores und János Szerdahelyi Dirigent des Orchesters.


Aus dem Jahre 1948 ist ein „Liederkalender”aufgeblieben, der über Einlernen eines neuen Werkes schreibt.
In der Ausgabe von Balassagyarmater katholischen Almanach 1948 wurde über die kirchlichen Auftreten geschrieben und dann steht da das nächste: „Es weist nicht auf die kulturelle Tradition einer Kleinstadt hinauf, sondern widerspiegelt Musik- und Chorkultur hoher Niveau hauptstädtischer Kirchen und bischöflicher Kathedralen.”
Der wichtigste Zeuge des Musiklebens bis zu den unseren Tagen ist die Notensammlung der Kirche, die gesamt 111 Werke enthält (von den liturgischen Orgelbüchern bis zu den Messen mit Musik). Die Mehrheit der Noten ist der Nachlass des Dirigenten József Erdélyi.
Von 1948 infolge politischer Kämpfe gewannen zum größten Teil auch in Balassagyarmat die kommunistisch-sozialistischen Kräfte. Die kirchlichen Gesellschaften gerieten in eine schwere Situation. Alajos Straub musste wählen- als Kantor bei der Kirche weiter zu arbeiten, und so seine Tätigkeit in den Hintergrund drängen; oder lieber als Lehrer das Musikleben des Liedvereins leiten. Er entschied sich, Kantor zu bleiben. In der Kirche leitete er weiterhin einen Chor, aber damals war es politisch nicht immer erwünscht, in einem Kirchenchor zu singen. Viele Mitglieder blieben aus dem Chor aus. Es war die schwierigste Periode in der Geschichte des Chores.

Das Chorleben der Kirche brachte János Varga (geboren 1939 in Terény) ab 1969 wieder in Schwung. Es ist sein Verdienst, dass der Chor vom Anfang der 70er Jahren jeden Sonntag an einer Messe singt (was auch im ganzen Land eine Rarität ist), und während seiner Tätigkeit nahm der Chor den Namen von Sankt Felician auf. (Sankt Felician ist ein römischer Märtyrer, dessen Körper in einem Glassarg auf einem Nebenaltar der Kirche liegt.) 1977 ließ er den aus Balassagyarmat stammenden Frater Dénes Szedő eine Hymne über Sankt Felician schreiben. Besonders in den 70er Jahren übte auf das Repertoire des Chores eine große Wirkung das II. Vatikaner Konzil und das liberale Eklektizismus dessen Zeit: kirchliche leichte Musik, Chorwerke ungarischer Komponisten aus dem 20-sten Jahrhundert, einige Teile von „Kleinen Ungarischen Usualis”.
In unserer Kirche gab es auch eine Kantorweiterbildungsstelle Tätig, hier haben berühmte Fachmänner seine Vorstellungen gehalten, unter anderen László Tardy und Peter Ullmann. János Varga veranstaltete während seiner 32jährigen Tätigkeit zahlreiche Konzerte, wo berühmte Musiker und oft der Sankt Felician Chor aufgetreten haben:
• Orgelspieler: Ferenc Gergely, Endre Kovács, István Koloss, András Virágh, István Baróti, Judit Hajdók, István Ruppert, Anasztázia Bednarik, Gábor Lehotka, Xavér Varnus, László Attila Almássy, Lajos Zeke, Gábor Bence, Hyun Hee (Südkorea)
• Sänger: Etelka Csavlek, Katalin Pitti, Szilvia Sass, Frau Kodály Sarolta Péceli, Laura Faragó, Éva Andor, Rózsa Kozma, József Simándy, András Molnár, Tamás Gyarmati Tóth, Tamás Csurja, Boldizsár Keönch, Der Kinderchor der Oper - unter Leitung von Gyöngyvér Gupcsó.
• Solisten: István Kern - Geige, Ferenc Petz und Miklós Tóth - Trompete, Maria Demeter - Violoncello, Zoltán Demeter - Querflöte

2001 übernahm József Zsolt Unterwéger (geboren 1966) die Leitung des Chores, der in Balassagyarmat geboren wurde. Er hat sich damals auf dem Weg der Musik vom Chor zum Kirchenmusikstudium gemacht. Zwischen 1980-84 und 1988-1993 begleitete er den Chor unter der Leitung von János Varga regelmäßig und wirkte an den Kirchenkonzerten als Orgelspieler mit. Als Dirigent hält er für seine wichtigste Aufgabe den Dienst der Sonntagsmessen wöchentlich, er benutzt regelmäßig das Kirchengesangbuch „Éneklő Egyház”, um die Messe liturgisch wertvoller zu machen. Er stützt sich besonders auf die leichteren klassischen Werke aus den 16. bzw. 17 Jahrhunderten, auf die mehrstimmigen Chorwerke. Die Kirchenkonzerte werden fortgesetzt, der Chor gibt mehrmals Gastrollen (siehe: „Konzerte”).
